Samstag, 28. november 2009
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"Du bist so intelligent, dass du es nach Oxford geschafft hast, also musst du dich auch selber motivieren können"
So funktioniert das hier. Man wird nach allen Möglichkeiten gefördert und gefordert und JEDER ist kühn dir etwas beizubringen ALLERDINGS musst du dich selber darum kümmern und soviel Elan und
Motivation haben all das einzufordern. Denn jeder lernt anders: Der eine will in die Bibliothek, der andere lernt lieber in Seminaren und der nächste lernt am besten wenn er am Patientenbett
ist.
So kann man hier die BESTE oder auch die SCHLECHTESTE Zeit seines Studiums haben, je nachdem wieviel Einsatzbereitschaft man zeigt.
Aber sie machen es einem auch nicht leicht: Die englischen Medizinstudenten haben in ihrem gesamten 7(!) Jährigen Studium genau 2(!) Wochen Kardiologie und ich sitze mitlerweile seit 8 Wochen
hier rum und habe schon die 4te Gruppe überlebt. Manchmal verstehe ich es nicht, dass von den Studenten NICHTS abverlangt wird: Wenn ich das ding mit den 12 Linien als EKG erkennen kann, dann bin
ich schon gut - und wenn ich dann noch einen Linksschenkelblock vom Rechtsschenkelblock unterscheiden kann dann bin ich DER EXPERTE. Wenn man das in Göttingen nicht sofort erkennt und es wie aus
der Pistole geschossen kommt, dann hat man schon verloren, aber hier scheint das ein wenig anders zu sein....
Deshalb werde ich mitlerweile nicht mehr abgefragt, denn ich weiß sowieso schon alles und ich musste noch kein einziges Mal in ein Buch schauen um nach einer Antwort zu suchen. Meine Motivation
ist langsam auf dem Tiefpunkt angelangt und ich bin an manchen Tagen garnicht erst in die Klinik gegangen. Sowas hätte ich auch nicht erwartet: Ich bin in Oxford und werde eigentlich fauler und
fauler... :-/